Der Höcke-Aufreger


Björn Höcke hat am 17. Januar 2017 in Dresden vor der Jungen Alternativen der AfD (JA) eine Rede gehalten, die als „Dresdener Rede, ab Minute 56“ im Wahljahr 2017 zum Deutschen Bundestag eine gewisse Berühmtheit erlangte. B. Höcke hat inzwischen eingesehen, dass der Zeitpunkt für eine derartige Rede, zumal im Wahljahr, nicht sehr glücklich war. Er hat sich dafür, aber nicht für den Inhalt, entschuldigt. Björn Höcke ist ein konservativer aufrichtiger Patriot, der sich ohne Wenn und Aber für sein Land einsetzt.


Zur Erinnerung: Björn Höcke war mit über 90 % als Partei-Vorsitzender in Thüringen gewählt worden und ist Thüringischer AfD-Oppositionschef im Landtag. Björn Höcke hat die besagte Rede gehalten, um den Nachwuchs (Junge Alternative) u.a. an die Grundwerte einer Nation, eines Volkes, einer Gesellschaft und letztlich eines Bürgers in der Gesellschaft und in der Partei zu erinnern. Mit dem Begriff der Wende um 180 ° sollte ausgedrückt werden, dass wir, die Bürger, auf unsere Geschichte und Kultur stolz sein sollen und endlich selbstbewusst wieder nach vorn schauen, anstelle uns im Hinblick auf die unselige Zeit zwischen 1933 und 1945 selbst zu zerfleischen.

Der Hinweis auf das Denkmal der Schande inmitten unserer Hauptstadt Berlin soll sagen, dass sich kein Land der Welt, obwohl viele Verbrechen gegen die Menschheit begangen wurden und werden, ein Denkmal der eigenen Verbrechen an vergleichbarer Stelle setzen würde.


Für Björn Höcke zählt nur, was der Einzelne für das Land tun kann, und nicht, was das Land oder die Partei für ihn tun kann. Er hat sicherlich Recht damit, wenn er auf Missstände in der Partei hinweist, indem womöglich einzelne Mitglieder Posten ergattern wollen, die sich aufgrund der schnell aufstrebenden Partei ergeben. Einzelne die aber nicht bereit sind, sich ohne Wenn und Aber für das Wohl der Partei und des Volkes einzubringen, wie es in den etablierten Einheits-Parteien bereits die Norm ist. Betroffen sind nur die, die sich angesprochen fühlen. Auch ist zu befürchten, dass sich inzwischen innerhalb der AfD, wie erfahrungsgemäß in allen gefestigten hierarchischen Gebilden, diejenigen, die, je höher sie in der Hierarchie angekommen sind, je nach Gemengelage umso weniger eigene Meinung bekunden, da sie am meisten zu verlieren haben. Und gerade das ist das Anliegen von Björn Höcke an die Junge Alternative, Rückgrat zu zeigen und sich einer solchen Entwicklung innerhalb der AfD besser früher als später entgegen zu stellen. Nicht mehr und nicht weniger!


Björn Höcke ist einer derjenigen innerhalb der AfD, die authentisch sind und sich voll und ganz der Partei-Arbeit mit dem Wunsch für ein besseres Deutschland verschreiben. Er überzeugt und begeistert, und wer ihn verstehen will wird ihn richtig verstehen. Im Gegenschluss kann man jeden missverstehen, wenn man es nur will. Er kann Säle füllen und Leute in den Bann ziehen, wovon andere nur träumen können. Björn Höcke hat für unser Empfinden niemanden innerhalb der Partei und letztlich auch nicht der Partei geschadet. Er hat immer im Rahmen des Grundgesetzes und der Parteisatzung argumentiert.


Sein Partei-Ausschluss wäre definitiv zum Schaden der Partei und ein völlig falsches Signal an ihre Mitglieder und auch gegenüber der Öffentlichkeit. Es ist davon auszugehen, dass das inzwischen jeder in der Partei verstanden hat, auch diejenigen innerhalb des Bundesvorstands, die das Verfahren zum Ausschluss initiiert haben. Es ist immer dienlicher, sich innerhalb der Partei in der Sache auseinanderzusetzen, anstelle den Zwist nach außen zu tragen. Gerade die AfD profitiert von dem breiten Spektrum der Meinungen, die noch geäußert werden dürfen, ohne dass ein Mitglied bloßgestellt wird, nur weil es eine Meinung im Sinne einer besseren Zukunft für uns alle bekundet. Es hat sich schon immer gerächt, wenn im Hinblick auf kurzfristige Erfolge, so auf die nächsten Wahlen schielend, gehandelt wird (siehe Merkel mit ihren unseligen Schnellschüssen) und weniger langfristig im Sinne eines dauerhaften Erfolges.

Es ist nicht vorstellbar, dass Partei-Ausschluss-Verfahren der Partei Wählerstimmen bescheren. Im Gegenteil, sie werden viele Stimmen kosten, zumal solch eine Partei nach außen hin ein zerrissenes und zerstrittenes Bild abgibt. Jedes Mitglied muss sich darauf verlassen können, dass ihn die Partei öffentlich verteidigt, anstelle es den Einheitsparteien und der gleichgeschalteten Presse zum Fraß vorzuwerfen. (Rede vom 29.08.2017)


NN